Zeitlauf Antriebstechnik

Mobiles akkubetriebenes Umreifungsgerät für variable Bandbreiten:
Spanngetriebeeinheit schnürt fest mit 1300 N

Bild 1: Kompaktes Einhandumreifungsgerät Cyklop

Gängigstes Mittel um Versandstücke zusammenzuhalten oder auf Paletten zu befestigen, ist die Umreifung mit Metall- oder Kunststoffbändern. Hohe Festigkeit bei geringstem Vorratsvolumen an Verpackungsmittel und flexible Anpassung an eckige oder runde Formen sind der große Vorteil. Nachteilig bei Handgeräten war bisher aber der eigentliche „Bänderungsvorgang“: archaische Vorrichtungen, die per Handhebel oder Ratsche die nötige Vorspannung aufs Band bringen. Zum Verschließen und Abschneiden sind fast durchweg beide Hände nötig, ein gewisses Geschick für das diffizile Einlegen der Bänder wird einfach vorausgesetzt. Ein neues akkubetriebenes Umreifungsgerät mit Einhandbedienung, einstellbarer, gleichmäßiger Bandspannung erleichtert nun die Arbeit im Versand drastisch.
Gerade für mittelgroße oder leichtere Waren wünscht man sich oft ein mobiles und flexibel einsetzbares Umreifungsgerät. Oft werden Waren auf Paletten vorgerichtet und müssen dann lose an den eigentlichen Verpackungsort gebracht werden, da netzgebundene oder druckluftbetriebene Geräte nur einen sehr begrenzten Aktionsbereich zulassen. Um diese Lücke zu schließen, entwickelte der Verpackungsspezialist Cyklop sein neues Einhandumreifungsgerät CB 130 (Bild 1).

 

Bild 2: Klein aber fein, die Spanngetriebeeinheit des CB 130

Flexibel und handlich
Das akkubetriebene Gerät ist ergonomisch gestaltet und kann auch bei unterschiedlichen Anforderungen flexibel eingesetzt werden. Trotz nur 4 kg Gewicht erlaubt es die Zugkraft stufenlos bis zu 1300 N zu wählen, ein Vorspannschutz sorgt für verletzungsfreies Arbeiten. Unterschiedliche Spannbandbreiten (9, 13, 16, 19 mm) und die Banddicke (0,5 - 1,2 mm) werden automatisch erkannt und die Mechanik darauf eingestellt. Das Einlegen der Bänder ist wegen der durchdachten Technik sehr einfach, die exakte Führung des Bandes gewährleistet immer gleich bleibend guten Verschluss dank optimaler Überlappung der Bandenden. Per Einhandbedienung lässt sich das Band leicht spannen, verschließen und abschneiden. Ein Schnellwechselakku mit 14,4 V / 3 Ah erlaubt rund 180 Verschlusszyklen und ist in ca. 38 Minuten wieder geladen.

 

Bild 3: Innere Werte: Kompaktes Getriebe für harten Dauereinsatz

Innere Werte
In Zusammenarbeit mit dem Antriebsspezialisten Zeitlauf wurde speziell für den CB 130 eine kompakte Antriebs- und Spann/Verschlusseinheit entwickelt (Bild 2). Die Eingangsdrehzahl des akkubetriebenen Gleichstrom-
motors von 16.000 U/min untersetzt ein Riemenantrieb mit 1 : 3,2. Die Spanngetriebeeinheit reduziert die Drehzahl nochmals über ein zweistufiges Planetengetriebe um den Faktor 109.
Um ein Zurückdrehen des Spannrades nach dem Spannvorgang zu verhindern, ist eine Bremse integriert. Diese sperrt bei ausgeschaltetem Motor zuverlässig den Rücklauf des Bandes und hält dieses straff. Bei Drehung in Gegenspannrichtung hebt sich das Spannrad dank exzentrischer Lagerung selbsttätig vom Band ab und gibt dieses frei. Um die hohe Zugkraft von 1300 N zuverlässig auf das Band übertragen zu können, trägt das Spannrad eine in aufwändigen Versuchsreihen entwickelte spezielle Feinstverzahnung. So ist höchste Zugkraft ohne Beschädigung des Bandes möglich. Eine integrierte automatische Reinigungsvorrichtung schützt das Spannrad vor Verschmutzung und hält so die Zugkraft konstant.

Antrieb und Spanneinheit mit Spannmatritze sowie Schwinger mit Schweißmatritze für den Verschluss sitzen in einer so genannten Spanngetriebeeinheit (Bild 3). Spannrad und Schwinger mit ihrer speziellen Zahngeometrie sowie die Spanngetriebeeinheit werden bei Zeitlauf selbst gefertigt. Dazu sind spezielle Verfahren beim Wälzfräsen und Druck- bzw. Feinguss notwendig. Nur so lässt sich die hohe Qualität der Einzelteile sicherstellen.
Moderne akkubetriebene Kleinmotoren in Verbindung mit robusten Getrieben erlauben heute auf kleinstem Raum große Zugkräfte zu entwickeln. Eingebaut in robusten Grundgestellen halten solche Antriebe auch dem rauen Alltagsbetrieb in Umreifungsgeräten stand. In Zuverlässigkeit und Lebensdauer stehen solche mobilen Akkugeräte den herkömmlichen Ausführungen um nichts nach.

Text: Maschinenbau-Ing. (FH) Friedrich Obermeyer Konstruktionsleitung, Zeitlauf und Dipl.-Chem. Andreas Zeiff, RBS Stutensee


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